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Datum:
04.05.13
Beginn:
20:00 Uhr
Ort:
Stadttheater
Euskirchen
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Künstler:
Jürgen Becker
Kategorie:
Kabarett

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Jürgen Becker

Der Künstler ist anwesend

„Der Künstler ist anwesend“ – so viel ist schon einmal sicher, wenn Jürgen Becker am 4. Mai 2013 in Euskirchen die Bühne betritt und sein neues Programm präsentiert. Darin ackert sich der Kölner Kabarettist wieder mit Humor, Ironie und rheinischer Gelassenheit durch die großen und kleinen Irrungen und Wirrungen, die die Welt bewegen.

Die Kleinkunst hat gegenüber der bildenden Kunst einen Nachteil: Kabarettisten kann man nicht übers Sofa hängen. Wenn man’s doch tut, passt er womöglich nicht recht zur Couchgarnitur. Dennoch kann auch Kleinkunst bildende Kunst sein: „Der Künstler ist anwesend“ ist der Titel eines Programms, das bildende Kunst und Kleinkunst genussreich vereint. Diesmal knöpft sich der Kölner Kabarettist also die Welt der Kunst vor. Wie immer nähert er sich seinem Thema mit Neugier, Spaß, Phantasie und vor allem mit Schalk im Nacken, lässt sich nicht von scheinbar fest geschriebenen Wahrheiten beirren und deckt verblüffende Zusammenhänge auf. Nach diesem Parforceritt durch die Kunstgeschichte werden die Zuschauer z.B. genau wissen, was über Gotik und Romanik zum Barock mit Rubens sprichwörtlichem Fleisch dicker Frauen führte. Und warum Marcel Duchamp für die Kunst der Fluch der Keramik wurde. Sie werden sich nie mehr auf einer Vernissage blamieren und rufen: „Die rote Skulptur finde ich am besten.“ Gefolgt von der niederschmetternden Bemerkung des Galeristen: „Das ist unser Feuerlöscher!“

Hier können die echten Kunstliebhaber auf das Angenehmste ihre wenigen Wissenslücken schließen und sind am Ende selbst Künstler. Ein Bild kann man malen. Wenn es niemand erwerben möchte, hängt man es halt in die Diele. Die Kleinkunst jedoch findet ohne Zuschauer erst gar nicht statt. Wenn keiner kommt, fällt es aus. Das Kunstwerk entsteht erst gar nicht ohne das Publikum. Josef Beuys forderte einst die soziale Plastik – hier entsteht sie endlich in der Fett-Ecke des rheinischen Humors. Wenn am Ende des Abends alle beim Freibier zusammenstehen und sich das Eintrittsgeld wieder heraustrinken, heißt die lebende Skulptur „Die Künstler sind anwesend“. Oder wie die Rheinische Post titelte: „Jürgen Becker fesselt 600 Besucher.“

 

 

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